Internationale Topmanagerin Birgit Behrendt verstärkt den Fachbeirat von Hydrogenious LOHC Technologies

LOHC und Kunst – ein Widerspruch?

18. Februar 2020
LOHC Artwork

Welche Antworten kann die Kunst auf eine der wichtigsten Fragestellungen unserer Zeit – die Realisierung einer nachhaltigen Energiewirtschaft – geben? Wie verändern Innovationen unseren Alltag? Diesen Fragen ist der junge Künstler Jonas Roßmeißl nachgegangen und hat dazu seine Perspektive unter Verwendung des flüssigen Wasserstoffträgers Dibenzyltoluol erfahrbar gemacht. Sein Werk ist aktuell im Rahmen der Ausstellung „Verletzbare Subjekte“ im Zentrum für Aktuelle Kunst in der Zitadelle Berlin zu sehen.

LOHC_Exhibition

Mit ohrenbetäubendem Lärm setzt sich die schwere Kette eines Panzerfahrzeugs in Gang. Unwillkürlich halten sich einige der Besucher die Hände an die Ohren. Die Maschine, die für diese Geräusche verantwortlich ist, steht in der Mitte eines weiten Raumes. An den Seiten stehen große marmorne Statuen, die Backsteinwände sind grob mit weißer Farbe verputzt. Blau leuchtet der Elektromotor auf, der die Kette antreibt. Sie läuft ungleichmäßig, holpert – als würde sie gestört – über eine Platte aus Granit. Eine durchsichtig-gelbliche Flüssigkeit überzieht den Stein. Es handelt sich um den mit Wasserstoff beladenen Liquid Organic Hydrogen Carrier – kurz: LOHC, der Hydrogenious LOHC Technologies GmbH.

Jonas Roßmeißl, ein junger Künstler aus Leipzig, hat dieses Kunstwerk entwickelt. Das Werk ist Teil der Ausstellung „Verletzbare Subjekte“ im Zentrum für Aktuelle Kunst. Wie passt ein solches Artefakt in den Kontext dieser Ausstellung? Was heißt es überhaupt, verletzbar zu sein? Verletzbarkeit bedeutet, dass „der Status Quo verändert wird!“, sagt Jonas. Die Energiewende hat großen Einfluss auf unsere Gesellschaft und bringt Veränderungen mit sich. Innovationen erzeugen Bewegungen. Diese Eingriffe verletzen den Menschen in seiner vertrauten und gewohnten Umgebung und zwingen ihn, sich neu anzupassen, so der Gedankengang des Künstlers.

Jonas hat den Wasserstoffträger Dibenzyltoluol für dieses Projekt gewählt, denn dieses Trägermedium stellt selbst in einem mit Wasserstoff beladenem Zustand trotz seiner unglaublich großen Energiedichte keine Gefahr dar, da der Stoff weder toxisch noch flüchtig ist. Er gibt aber auch zu bedenken, dass dennoch manche Menschen ein Gefahrenpotenzial angesichts der hohen Energiedichte wahrnehmen. „Das ist eben auch ein Verhandlungsprozess. Vertraue ich der Innovation oder vertraue ich ihr nicht.“

Das LOHC ist wie ein Infinity-Brunnen in das Kunstwerk integriert: „Das Öl läuft über die Platte rüber, wird in einem Auffangtank aufgefangen und wird dann wieder mit Pumpen in einem Ring um die Ketten eingespritzt.“, erklärt Jonas. Dieser Kreislauf erinnert an die Beschaffenheit des flüssigen Wasserstoffträgers, der in einem Kreislauf immer wieder neu mit Wasserstoff angereichert und entladen werden kann.

Auch die anderen Gegenstände, die er für seine Arbeit verwendet hat, haben tiefere Bedeutungen: Die Granitplatte stammt von der großen Straße des Reichsparteitagsgebäudes in Nürnberg und steht stellvertretend für das Regime des Nationalsozialismus und Faschismus. Die Kette, die auf dieser Platte läuft, ist eine ikonische Darstellung militärischer Gewalt. Die Straße stellt eine Verbindung zu der Nürnberger Messe her, die Zeichen der vielfältigen globalen Verbindungen Deutschlands ist. Das Bindeglied zwischen der Kette und Platte bildet das LOHC. Einerseits schmiert das LOHC die Platte, andererseits sorgt das Öl dafür, dass die Kette durchdreht und den Kontakt zum Granit verliert.

LOHC_Artwork

Jonas sieht in der Verwendung von LOHC das Potential „mit vielen Altlasten und strukturellen Einschreibungen der Ökonomie zu brechen – auch im Verhältnis zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die aufgrund der Ressource Öl immer noch herrschen.“ Die LOHC-Technologie baut auf alten Infrastrukturen auf, es müssen keine fossilen Ressourcen ausgebeutet werden und es ist damit auch keine militärische Präsenz notwendig – sie „könnte eine Allegorie neuer nachhaltiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Visionen sein“, sagt Jonas.

Für ihn wäre daher kein anderes Trägermaterial für sein Projekt infrage gekommen. Und Jonas musste auch gar nicht auf das LOHC verzichten, denn Hydrogenious LOHC Technologies hat das Projekt sehr gerne unterstützt. „Wir freuen uns, dass die Energiewende als Zäsur einer mehrere Jahrhunderte währenden Ausbeutung fossiler Energiequellen große Teile unserer Gesellschaft bewegt und beschäftigt. Für uns als Technologen ist es spannend zu sehen, wie man sich dem Diskurs rund um die Wasserstofftechnologie auf künstlerische und kreative Art und Weise nähern kann“, so Daniel Teichmann, Gründer und Geschäftsführer von Hydrogenious LOHC Technologies.

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