Deutscher Gründerpreis 2021: Hydrogenious LOHC Technologies ist Finalist in Kategorie „Aufsteiger“

Auf neuem Wege zur sicheren Null-Emissions-Schifffahrt: Hydrogenious LOHC Technologies und Østensjø Gruppe bündeln Know-how in Joint Venture

01. Juli 2021

Hydrogenious LOHC Technologies GmbH und Johannes Østensjø dy AS haben das Joint Venture Hydrogenious LOHC Maritime AS gegründet. Ziel ist es, neuartige emissionsfreie Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)-basierte Anwendungen für die Seeschifffahrt zu entwickeln und zu vermarkten. Der Fokus liegt dabei auf bordseitigen LOHC-/Brennstoffzellen-Antriebssystemen im Megawatt-Maßstab. In 2025 soll ein kommerzielles Produkt betriebsbereit sein. Mit Hilfe der Hydrogenious LOHC-Technologie wird der Wasserstoff chemisch an ein flüssiges organisches Trägermaterial gebunden, was besondere Sicherheit ermöglicht. Zudem kann bestehende Kraftstoffinfrastruktur an Bord sowie in Häfen genutzt werden. Die zum norwegischen Ministerium für Klima und Umwelt gehörende Förderagentur Enova hat heute angekündigt, das erste Projekt des Joint Ventures – HyNjord – mit rund 2,5 Millionen Euro zu unterstützen.

LOHC-Pionier Hydrogenious diversifiziert seine Wasserstoffinfrastrukturlösungen für maritime Mobilität

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Østensjø Group den idealen Kooperationspartner gefunden haben. Die Østensjø-Gruppe, die nicht nur in Norwegen, sondern auch international bestens etabliert ist, sieht in LOHC schon seit geraumer Zeit den Game Changer für die Dekarbonisierung der Schifffahrt“, erläutert Dr. Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious LOHC Technologies und Vorsitzender des Joint Venture-Boards.

„Die strategische Planung für den neuen Typ eines LOHC-basierten Service Operation Vessel – ein Serviceschiff für Offshorewindparks – war bei der Østensjø-Tochter Edda Wind bereits beschlossene Sache. Optimal für uns, um unsere stationären Anlagen nicht zuerst auf die Straße, sondern sinnvollerweise aufs Wasser zu bringen. Basierend auf einer exklusiven weltweiten Lizenzvereinbarung wird Hydrogenious LOHC Maritime AS unsere proprietäre LOHC-Technologie nun als Onboard-Lösung für einen nachhaltigen maritimen Verkehr nutzbar machen, d.h. integrierte kohlenstofffreie Antriebssysteme entwickeln und vermarkten sowie Aftermarket- und andere verbundene Dienstleistungen anbieten.“

Hydrogenious LOHC Technologies wird selbst an integrierten Onboard-Lösungen aus LOHC-Release Unit und Brennstoffzelle für den Schwerlastverkehr arbeiten, ergänzt Daniel Teichmann.

Håvard Framnes, Investment Director Østensjø Group / Dr. Daniel Teichmann, CEO Hydrogenious LOHC Technologies

Østensjø sieht großes Marktpotenzial für nachhaltige, LOHC-basierte Schiffsantriebe

„Die Østensjø Gruppe will Teil der Energiewende sein und Wege zur Emissionsreduzierung finden. Von allen potenziellen Null-Emissions-Technologien halten wir LOHC für die vielversprechendste. Deshalb haben wir alle sechs im Bau befindlichen Serviceschiffe unserer Tochtergesellschaft Edda Wind für einen LOHC-basierten Antrieb vorbereitet. Die Sicherheit ist für uns bei diesen Überlegungen natürlich sehr wichtig. Wichtig ist aber auch, dass wir die vorhandene Kraftstoffinfrastruktur nutzen können und mit den bekannten Betankungsverfahren arbeiten können. Außerdem können wir problemlos genug Energie an Bord unserer Schiffe mitführen, um in normalen Intervallen von bis zu vier Wochen ohne Betankung zu arbeiten“, sagt Håvard Framnes, Investment Director der Østensjø Group sowie Board-Mitglied von Hydrogenious LOHC Maritime.

„Bei Østensjø sind wir von diesem Joint Venture und der Zusammenarbeit mit Hydrogenious LOHC Technologies sehr begeistert. Wir glauben, dass die vom Joint Venture bereitgestellte Technologie für die meisten Schifffahrtssegmente geeignet sein kann, was das Marktpotenzial für das Unternehmen enorm macht. Wir glauben an diese LOHC-Technologie und freuen uns darauf, an der Entwicklung neuer innovativer und nachhaltiger Lösungen für die Industrie mitzuwirken“, so Framnes weiter.

Erstes Projekt HyNjord wird vom norwegischen Staat über Agentur Enova gefördert

Enova SF wird die Entwicklung eines 200-kW-Piloten des LOHC/Brennstoffzellen-Antriebssystems mit 26 Millionen NOK – etwa 2,5 Millionen Euro – mitfinanzieren. Darauf konzentriert sich HyNjord, das ist das erste Projekt des jungen Joint Ventures. Grundsätzlich wird die geplante maritime Anwendung drei Kernkomponenten an Bord integrieren: Die LOHC Release Unit, die bei Bedarf auf dem Schiff Wasserstoff aus dem flüssigen organischen Trägermaterial Benzyltoluol freisetzt, sowie eine Brennstoffzelle und eine Schnittstelle zum Energiemanagementsystem des Schiffes.

„Wir sehen die Notwendigkeit, Technologien für den Einsatz verschiedener emissionsfreier Energieträger zu entwickeln. LOHC wird eine neue Alternative zu komprimiertem und flüssigem Wasserstoff sein, und die verschiedenen Energieträger werden sehr wahrscheinlich unterschiedliche Vorteile und Anwendungsbereiche haben. Das HyNjord LOHC-Projekt wird uns wertvolle Informationen liefern, um dazu beizutragen, dass Wasserstoff zu einer echten Alternative zu fossilen Brennstoffen wird“, sagt Øyvind Leistad, Marketing Director bei Enova.

(Mehr über die Enova-Förderung, nur auf norwegisch)

Die einzigartige Hydrogenious LOHC-Technologie: Wasserstoff-Handling leicht gemacht

Die Hydrogenious LOHC Technology GmbH hat die LOHC-Technologie für eine besonders sichere, einfache und effiziente Speicherung und Transport von Wasserstoff entwickelt und patentiert, welche die Lieferkette für Wasserstoff revolutionieren wird. Die Einzigartigkeit besteht darin, dass der Wasserstoff chemisch an das nicht-toxische, nicht-explosive und kostengünstige Trägeröl Benzyltoluol gebunden wird, mit dem große Mengen Wasserstoff unter Umgebungsbedingungen gespeichert und transportiert werden können, wobei die bereits bestehende Infrastruktur für Flüssigbrennstoffe genutzt werden kann. Das von Hydrogenious LOHC verwendete Trägeröl Benzyltoluol ist vielfach recyclebar, es kann viele hundert Mal mit Wasserstoff be- und entladen werden.

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