Pan-europäisches und großvolumiges Wasserstoffinfrastrukturprojekt „Green Hydrogen @ Blue Danube“ setzt bei Speicherung und Transport auf Liquid Organic Hydrogen Carrier-Technologie aus Erlangen

27. November, 2020

Erlangen, 27. November 2020. Hydrogenious LOHC Technologies GmbH und Initiator VERBUND AG treiben das großvolumige Wasserstoffinfrastrukturvorhaben “Grüner Wasserstoff auf der blauen Donau“ mit einem initialen Roll-out in Bayern voran. Das Projekt wird innerhalb des Rahmens der Important Projects of European Common Interest (IPCEI) entwickelt und sieht den Aufbau einer pan-europäischen Lieferkette für grünen Wasserstoff im Donauraum vor: Aus rund 2 GW erneuerbarem Strom sollen mit rund 1,5 GW Elektrolyseleistung über 80.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr produziert werden. Transport und Speicherung erfolgen kosteneffizient und einfach via patentierter Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)-Technologie des Erlanger Partners auf einer der ältesten Handelsrouten Europas, der Donau. Konventionelle Binnenschiffe, die sonst fossile Flüssigkraftstoffe laden, eignen sich dafür bestens.

) Illustration of the entire trans-European hydrogen value chain of GREEN HYDROGEN @ BLUE DANUBE © VERBUND AG

Darstellung der gesamten paneuropäischen Wasserstoffwertschöpfungskette von „Green Hydrogen @ Blue Danube“ © VERBUND AG

Wie die beiden Unternehmen vergangene Woche auf dem virtuellen HYDROGEN DIALOGUE bekannt gaben, soll die komplexe innovative Wertschöpfungskette von „Green Hydrogen @ Blue Danube“ in einem bayerischen Vorprojekt implementiert werden. Dieses sieht die Erzeugung von 5 Tonnen grünen Wasserstoff am Tag – an einem VERBUND-Wasserkraftwerk an Donau oder Inn in Bayern – sowie dessen Verbrauch in den Sektoren Industrie und Verkehr im Freistaat vor. Auf ein Jahr bezogen entspricht dies dem Umlauf von 3.000 Tonnen grünen Wasserstoffs (aus 20 MW-On-site-Elektrolyse) und 400 Tonnen LOHC. Damit soll der Grundstein für den weiteren Hochlauf der Wertschöpfung und für die Integration der internationalen Lieferketten gelegt werden.

Der erst in 2013 gegründete fränkische Mittelständler Hydrogenious LOHC Technologies liefert die Schlüsseltechnologie für die wirtschaftliche grüne Wasserstofflogistik für „Green Hydrogen @ Blue Danube“. „Unsere LOHC-Anlagen zur Einbindung und zum Herauslösen des Wasserstoffs aus der Trägerflüssigkeit werden nun in einem technologisch sinnvollen Skalierungsschritt in Bayern industriell angewandt“, erklärt Dr. Daniel Teichmann, Geschäftsführer und Gründer des Pionierunternehmens, das bereits Ende 2017 seine ersten LOHC-Systeme für kommerzielle Anwendungen in die USA ausgeliefert hatte. „Im Projekt „Green Hydrogen @ Blue Danube“ sind wir zudem für Deutschland der Partner für die Projektierung, die Anlagen-Implementierung und für die Gewinnung von Wasserstoffgroßkunden“, ergänzt Teichmann das ganzheitliche Engagement seines Unternehmens. Das Projektkonsortium vertieft aktuell die Gespräche mit Marktpartnern vor Ort, die den im Projekt erzeugten grünen Wasserstoff abnehmen wollen (u. a. für die Dekarbonisierung von Raffinerieprozessen wie etwa seitens Bayernoil als auch mit Bosch über Kunden mit stationären Brennstoffzellen). MAN Energy Solutions und Clariant liefern zudem Schlüsselkomponenten für die LOHC-Technologie.

LOHC bietet das beste Verhältnis von Kosteneffizienz und einfacher Implementierung © VERBUND AG

Anschließend folgt die weitere Skalierung mit dem stufenweisen Aufbau der grünen Wasserstoffproduktion in Süd-Ost-Europa auf über 80.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr. Für das Ziel von wettbewerbsfähigen Wasserstoffkosten in Österreich und Deutschland leistet das LOHC-Technologiesystem und der Transport per Schiff auf dem Fluss einen wesentlichen Beitrag: LOHC überzeugt hier im Vergleich zu allen anderen nicht-leitungsgebundenen und leitungsgebundenen Transportmitteln mit dem besten Verhältnis von Kosteneffizienz und einfacher Implementierung. Bewertungskriterien wie technologische Reife, Sicherheit und Genehmigungsfähigkeit sind berücksichtigt. Dies belegt und untersuchte eine, dem Projekt „Green Hydrogen @ Blue Danube“ zugrundeliegende, detaillierte Studie von Roland Berger. „Hier kommen die LOHC-Lösungsspezifika direkt und voll zum Tragen wie etwa die Nutzbarkeit schon verfügbarer Transport- und Speicherinfrastruktur mit sehr hoher Kapazität auf bestehenden Transportrouten”, so Uwe Weichenhain, Partner bei Roland Berger.

Sollte „Green Hydrogen @ Blue Danube“ alle weiteren essenziellen Schritte erfolgreich nehmen, wie u. a. die Antragsverfahren für „Important Projects of Common European Interest“ in Österreich und Deutschland sowie die Beteiligung weiterer Wasserstoffabnehmer, dann strebt das Konsortium unter Projektträger VERBUND AG den Start der Implementierung des Vorprojekts in Bayern bereits in 2022 an.

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